© 2017 Sandra Tabache

Die Kissen von La Corniche werden in Handarbeit von Frauen gestickt und genäht, die in palästinensischen Flüchtlingscamps im Libanon leben.
Die Kissen von La Corniche sind 100% Handarbeit.

DESIGN MIT TRADITION: ÜBER DIE ORIENTALISCHEN KISSEN
 

Die orientalischen Kissen von La Corniche werden alle per Hand gearbeitet. Diese Handarbeit hat eine lange Tradition. Die Kunst des Stickens entstand vor vielen Jahrhunderten an unterschiedlichen Orten im alten Palästina wie Ramallah oder Bethlehem, zunächst als Verzierung von Gewändern, später auch in der Raumgestaltung. Jeder Ort, jede Region hat eigene Stiche, Muster und Techniken entwickelt. Diese traditionelle Art des Stickens ist so fein und aufwändig, dass in der Regel für die Herstellung eines orientalischen Kissens über 100 Arbeitsstunden anfallen. 
 

Viele Palästinenser sind Mitte des letzten Jahrhunderts als Geflüchtete in den Libanon gekommen und leben seit mehreren Generationen immer noch in Flüchtlingscamps. Interessenverbände wurden gegründet, um ihr Kulturgut zu bewahren und den Flüchtlingsfamilien langfristig ein Einkommen zu sichern. Zu diesen Organisationen gehört auch INAASH (Association for the development of palestinian camps), gegründet 1968 in Beirut durch eine Gruppe engagierter Frauen aus Politik und Gesellschaft – mit einer klaren Vision: „The mission of INAASH is to maximize the employment of women refugees in Lebanon through the preservation, promotion and dissemination of high quality traditional embroidery“.
 

In Kooperation mit INAASH werden alle unsere orientalischen Kissen von palästinensischen Geflüchteten von Hand gestickt und genäht. Unsere Kissen bieten daher Frauen in palästinensischen Flüchtlingscamps ein geregeltes Einkommen. 
 

Palästinensische Stickerei hat vielfältige Stile und Techniken, die sich auch auf den orientalischen Kissen wiederfinden. Zahlreiche Muster entstanden schon ab dem 18. Jahrhundert in allen Regionen Palästinas. Von Ramallah über Bethlehem, Hebron bis Nablus entstanden in vielen Regionen ganz unterschiedliche Stickmuster. Anhand der Muster und Formen konnte daher früher damals erkannt werden, aus welcher Region Palästinas die Stickerin stammte. Geometrische Formen waren typisch für Galiläa, an floralen Blumendekors konnte die Abstammung aus Beit Dajan zugeordnet werden, Zypressen wurden in Hebron gestickt, Vögel in Jericho. Bestickte Kleider und orientalische Kissen mit goldenen Stichen erinnern an die liturgischen Kleidungen in der heiligen Stadt Jerusalem mit ihren zahlreichen Kirchen. Während sich die Stickereien auf den Kleidern der Frauen aus Bir Saba mit der Heirat veränderten: rot für Verheiratete, blau für Witwen und ein Mix aus rot und blau für eine erfolgreiche zweite Ehe. In jedem Haushalt wurde die Stickerei von palästinensischen Frauen von Generation zu Generation weitergegeben. So entstand durch die unterschiedlichen Muster, Farben, Stiche und Motive eine visuelle Landkarte Palästinas, die sich bis heute in den zahlreichen Dekoren der orientalischen Kissen wiederfindet.

 

Palästinensische Stickerei ist in den Libanon gekommen durch den Flüchtlingsstrom aus Palästina Mitte des 20. Jahrhunderts. In vielen Flüchtlingscamps im Libanon haben Geflüchtete ihre alten Traditionen fortgeführt. Durch ehrenamtliche Organisationen wie INAASH wird das alte Handwerk, die Stickerei, bewahrt und gefördert. Im Jahr 1968 wurde die Organisation gegründet von engagierten Frauen aus Gesellschaft und Politik des Libanons, u.a. von Huguette El Khoury-Coland, der Tochter des ersten libanesischen Präsidenten Bechara El Khoury. INAASH schafft bis heute Sicherheit und Einkommen für palästinensische Flüchtlingsfrauen, die bereits seit mehreren Generationen in Flüchtlingscamps über den Libanon verteilt leben. Heute ist das Ziel von INAASH ein Trainingscenter in Beirut aufzubauen, wo junge palästinensische Frauen das Handwerk der Stickerei erlernen und perfektionieren.